Ist ADSL die Technik von morgen?

Allgemein
Der 'Familien-Name' ist eigentlich DSL, und bedeutet Digital Subscriber Line. ISDN ist übrigens die bekannteste Variante.
Das 'A' davor symbolisiert 'asymmetric' und ist ein Hinweis darauf, dass der Upload in einer geringeren Geschwindigkeit erfolgt, als der datenintensive Download.

T-Online wird seinen ADSL-Dienst jedoch T-ISDN-dsl nennen.

Leistung
1,5 Mbit/s bis 8 Mbit/s im Download. Die Telekom will aber nur bis 6 Mbit/s anbieten.
16 Kbit/s bis 768 Kbit/s im Upload.

Leitung
Der große Vorteil von ADSL ist, dass die vorhandenen Kupferkabel genutzt werden können. Ähnlich wie bei ISDN, ist die Übertragungsgeschwindigkeit jedoch von den Entfernungen der Vermittlungsstellen abhängig. Es muss also auch hier in die Infrastruktur investiert werden.

Entgegen den ersten Verlautbarungen ist nun nun doch ein ISDN-An- schluss Voraussetzung für die Nutzung von ADSL. Eine technische Notwendigkeit besteht hierzu eigentlich nicht. Es ist dies eine rein politische Entscheidung, um weiterhin ISDN in den Markt zu drücken. Anpassungen werden aber so oder so notwendig sein.

Da ADSL mit Frequenzen arbeitet, die oberhalb des Hörbereichs liegen, wird der normale Telefonbereich nicht gestört. Damit kann die ADSL- Verbindung einer normalen Telefonleitung einfach 'übergestülpt' werden. Datenübertragung und telefonieren sind dann gleichzeitig möglich, und auch wenn das Modem einmal kaputt ist, wird das Telefon noch einwand- frei funktionieren.

Modem und Technik
Besitzer eines ISDN-Anschlusses zahlen für die Installation der dsl- Funktionalität einmalig 229 Mark. Das T-ISDN-dsl-Modem und auch der erforderliche Splitter werden von der Telekom mitgeliefert. Der Anwender muss nur seinen PC mit einer handelsüblichen Ethernet-Karte ausstatten. Bis Ende 1999 sind die Kosten für die Montage des T-ISDN- dsl-Modem und der ADSL/ISDN-Schaltstelle im Bereitstellungspreis enthalten.

Etliche Firmen entwickeln bereits ADSL-fähige Modems. Wer sich infor- mieren will, kann mal bei elsa.com reinschauen oder in einer Suchma- schine mit 'modem and adsl' suchen.

Inzwischen hat Aztech das Modell DSL 200 entwickelt, welches noch zusätzlich sowohl den V.90-Mode, als auch K56flex unterstützt. Das ist natürlich besonders dann sehr praktisch, wenn der Gegenanschluss noch nicht für ADSL vorbereitet ist. aztech.com.sg

Preise
Die Kosten für die besonders schnellen Leitungen sind natürlich von der Leistungsabnahme abhängig.

Ein Internetzugang mit 768 Kbit/s bietet die Telekom seit Sommer 99 in den ersten deutschen Großstädten an. Der weitere Ausbau wird stark forciert und konzentriert sich zu Beginn besonders auf die Ballungsräume.

Als Basis bietet T-Online ein Produktpaket aus ISDN-Standard- anschluss und T-DSL zu einem Monatspreis von 98 DM.
Für die Nutzung sind monatlich zu zahlen:

     99 DM für T-Online Speed 50 mit 50 Freistunden, und
   149 DM für T-Online Speed 100 mit 100 Freistunden.

Jede weitere Minute wird mit 3 Pfennigen berechnet. Die einmaligen Einwahlkosten entfallen.

Da sind die Preise in den USA doch wesentlich günstiger. Dort plant AOL rund 7 Millionen seiner Mitglieder bis zum Jahresende 99 einen xDSL-Zugang für nur 20 zusätzliche Dollar anzubieten. Der Datendurchsatz ist dort mit 768 Kbit/s genauso schnell wie bei der Telekom.

Trotzdem kann ADSL auch für Reisebüros eine überlegenswerte Alternative bedeuten.
50 Online-Stunden kommen in einem Unternehmen mit mehreren angeschlossenen Terminals recht schnell zusammen. Bei 100 Stunden monatlicher Nutzung sinkt der Stundenpreis sogar auf rund 2.50 Mark.

Verfügbar
Die Telekom plant bis Ende 1999 rund 40 Ortsnetze an ADSL anzu- schließen. Bis zum Jahre 2003 soll es in 75 Städten verfügbar sein. Gestartet wird mit: Bonn, Dortmund, Düsseldorf und Köln. Wie es dann weitergeht, kann man nachlesen unter:   dtag.de/angebot/bba/index.htm und http://tdsl.sda.t-online.de

Weitere Informationen zur Daten-Kommunikation sind unter der Telefon- Nummer 0800 33 01 180 zu erhalten.

Marktforschung und Prognosen
Im Juli 1999 veröffentlichte Datamonitor eine Studie zu ADSL. Danach werden bis zum Jahre 2004 rund 21 Prozent der Unternehmen in Europa über einen ADSL-Anschluss verfügen.

Aufgeschnappte Meinungen:
Die zunehmende Verbreitung von xDSL-Techniken rückt nun aber auch den heimischen PC in einen Bereich, wo er durch die Kombination verfügbarer Bandbreite mit permanenter Netzverbindung für kriminelle Elemente interessant wird. Speziell kleinere Firmen kommen um die Installation einer Firewall bzw. eines dedizierten Internet-Gateways nicht mehr herum.
Quelle: Internet world juni 2000.
k_adsl.htm - erstellt am 16. März 1999 - geändert am 25. Mai 2000