Neue Herausforderungen durch Billigflüge
Pressemitteilung von Carlson Wagonlit Travel 05.12.02

Carlson Wagonlit stellt sich auf Low Cost Carrier ein
Billigflug-Angebote werden schon lange nicht mehr ausschließlich von Privatreisenden genutzt. Geschäftsreise-Anbieter Carlson Wagonlit Travel (CWT) hat diesen Trend erkannt und stellt sich sukzessive auf das Buchen und Vermitteln von Low Cost Carrier ein. Dies erfordert zahlreiche Umstellungen und Adaptionen in rechtlichen, operationellen sowie finanztechnischen Belangen. Zudem muss Aufklärungsarbeit bei den Kunden betrieben werden, um auf die neuen Geschäfts- und Transportbedingungen und die damit einhergehenden, oft geringeren Schadenersatzansprüche aufmerksam zu machen.

Dennoch möchte CWT seinen Kunden die Möglichkeit der günstigen Tarife bei Low Cost Carrier und Web Fares nicht vorenthalten, so Martina Eggler, Vice President Sales & Account Management, Marketing bei CWT: "Unsere Account Manager zeigen den Kunden auch bei Low Cost Carrier auf, wo es Potenzial gibt. Daher beschäftigt sich zurzeit ein CWT-Team mit Spezialisten aus den Bereichen Operations, Industry Relations, Finance und Touristik eingehend mit der Thematik, um diese neue Herausforderung zu bewältigen."

Kommentare zu den neuen Anforderungen
Rechtliche Aspekte:
Die meisten Low Cost Carrier haben eigene Geschäftsbedingungen, die nicht mit den üblichen IATA-Bestimmungen einhergehen. Daher können Flugreisende nicht von standardisierten Vereinbarungen ausgehen, die von den konventionellen Fluglinien eingehalten werden. Oft fehlt damit die gewohnte rechtliche Absicherung. Hier sind die Kunden zumindest aufmerksam zu machen.

CWT geht jedoch weiter und macht die Kunden auch auf die eventuell längeren Anfahrtzeiten zum Flughafen, auf die schlechte bzw. unmögliche Umbuchbarkeit der Tickets, sowie auf das minimale Quantum an Billigplätzen aufmerksam.

Zu den rechtlichen Aspekten gehört auch, dass die Billigfluglinien eigentlich auf Direktvertrieb mit den Kunden ausgerichtet sind. Deshalb fehlt der übliche Agenturvertrag der Fluggesellschaften mit den Reisebüros. Dies bedeutet, dass der Kunde selbst als Geschäftspartner des Low Cost Carriers gilt und nicht der Dienstleister. Damit trägt der Kunde - und nicht wie üblich der Reisemittler - das Risiko für eventuelle Regress-Ansprüche oder Minderleistungen.
Ernst zu nehmen sind in diesem Zusammenhang auch die wiederholten Empfehlungen des DRV an seine Mitglieder. Er rät stets herauszustellen, dass es sich um die Vermittlung einer oder auch mehrerer Einzelleistungen handelt und dass die Vermittlung auf Wunsch und Rechnung des Kunden getätigt wurde.

Operationelle und finanztechnische Aspekte:
Hierzu gehören unkomplizierte Tools zur Anzeige der Flugpläne und Tarife aller relevanten Billigfliegern, aber auch Schnittstellen zu anderen Reservierungssystemen und natürlich zum Backoffice.
Besonders im Geschäftsreiseverkehr kommen weitere Anforderungen hinzu: Da werden Zusatzdaten benötigt, die Wahl der Kreditkarte muss überlegt und die Mehrwehrsteuer muss aus- gewiesen werden. Wobei Letzteres bei den auf den Privatkunden eingestellten Low Cost Carrier überhaupt nicht selbstverständlich ist.

k_presse.htm - erstellt am 05.12.02